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Karl-Eduard von Schnitzler

Der Journalist hatte eine nicht typische Biografie vorzuweisen, entstammte der doch nicht einer typischen Arbeiterfamilie, sondern einer rheinischen, wilhelminisch geadelten Familie des Großbürgertums. Als Vierzehnjähriger jedoch galt sein Interesse bereitsder sozialistischen Weltanschauung und so wurde er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ).

Bereits 1933 wurde er deswegen kurzfristig von den deutschen Faschisten verhaftet. In Köln legte er 1937 sein Abitur ab. Im 2. Weltkrieg wurde von Schnitzler an die Fronten Afrikas und Frankreichs geschickt. Nach Landung der anglo-amerikanischen Truppen in der Normandie lief er zu den Briten über und wurde dort nach kurzer Gefangenschaft Mitarbeiter des deutschsprachigen Dienstes der BBC. Nach Kriegsende war er als Journalist beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) in Köln tätig, wurde dort jedoch 1947 aus Gesinnungsgründen entlassen. Er siedelte in die damalige sowjetische Besatzungszone über und fand eine neue Wirkungsstätte beim Berliner Rundfunk und dem damaligen Deutschlandsender, wo er bald zum Chefkommentator aufstieg. 1948 trat er der SED bei. Bereits in den frühen 50er Jahren widmete er sich dem jungen Medium Fernsehen; ab 1956 moderierte er dort die publizistische Sendung „Treffpunkt Berlin“, die ihren Vorläufer unter gleichem Titel schon früher im Rundfunk hatte und in der von Schnitzler mit westlichen Journalisten diskutierte, bevor er im März 1960 den „Schwarzen Kanal“ ins Leben rief. Neben dieser Tätigkeit wirkte er als Kommentator in Rundfunk und Zeitungen sowie als Autor von Dokumentarfilmen der DEFA und des Fernsehens, in denen er zumeist auch selbst die Texte sprach; zu diesen Filmen gehörten politische („Ein Sonntag im August“, 1961, „Die qualvolle Gründung der Bundesrepublik“, 1989), aber auch andere publizistische Themen wie Reportagen über das Eichsfeld oder die Ostseeküste. Erstmals „privat“ erschien Karl-Eduard von Schnitzler 1989 in der Sendung „Klönsnack aus Rostock“, in der er über seine Leben und seine journalistische Arbeit berichtete.

Seine Arbeit war immer von hoher Ernsthaftigkeit geprägt, lachen sah man Karl-Eduard von Schnitzler auf dem Bildschirm selten. Im „Kanal“ moderierte er nach selbstgeschriebenen Manuskripten, die er jedoch nicht vom Blatt, sondern von einem Textpräsentator ablas, um den Blickkontakt zum Zuschauer zu behalten. Typisch geworden ist sein kurzer Blick auf den Film-Monitor, bevor die nächsten Ausschnitte eingespielt wurden.


Karl-Eduard von Schnitzler moderierte die allermeisten der insgesamt 1519 Sendungen selbst. Nur bei Urlaubs- und anderen Reisen sowie bei den wenigen Fällen von Krankheit übernahmen andere Journalisten des Fernsehens die Herstellung und Moderation; zu den bekanntesten von ihnen gehören die politischen Kommentatoren Heinz Grote und Günter Herlt.

Die sich abzeichnenden politischen Veränderungen in der DDR führten zum Abschied des Trägers der Vaterländischen Verdienstmedaille und des Karl-Marx-Ordens, Karl-Eduard von Schnitzler, von „seinem“ Adlershofer Sender. In seiner letzten nur sieben Minuten dauernden Sendung (erstmals ohne Fernsehausschnitte) am 30. Oktober 1989 kündigte er an, weiter journalistisch aktiv zu bleiben. Er löste dieses Versprechen ein durch die Autorenschaft von Büchern („Der rote Kanal/Armes Deutschland“, 1992, und „Provokation“, 1993) und Artikeln in progressiven Zeitschriften (u.a. „Kalaschnikow“). 1991 produzierte der Hessische Rundfunk eine Porträtsendung über Karl-Eduard von Schnitzler, die im Spätabendprogramm der ARD ausgestrahlt wurde. Darüber hinaus war er in einigen wenigen Talkshows zu Gast.


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